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Als Eltern, die sich an die vielen Fehler und Schicksalsschläge in ihrem Leben erinnern, liegt es nahe, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um ihren Kindern solch schmerzhafte, ja sogar tragische Erfahrungen zu ersparen. Das ist im Allgemeinen eine positive und sogar lobenswerte Haltung.

Die Gefahr beginnt jedoch, wenn wir zur Frage unseres Glaubens an GOtt kommen. Wie viele Eltern schicken ihre Kinder zum Katechismus, in die Kirche, oft zu Programmen für junge Leute, und reden sich dabei ein, dass in ihrer Jugend die Erlösung noch möglich ist; dass aber für sie als Eltern kaum noch etwas zu tun ist, ihr Leben vorbei ist, ihre Fehler unwiderruflich sind, ihr Fall bereits verhandelt ist. Tatsächlich wirken sie entmutigt, müde von dem Gefühl, nicht neu anfangen zu können. Solche Einstellungen fördern wir oft in unseren Beziehungen zu unseren eigenen Kindern und, falls wir noch keine haben, in unseren Beziehungen zu jüngeren Geschwistern, Neffen und anderen Verwandten. In Wahrheit ist dies eine List des Teufels, die uns in die Irre führen soll.

Welcher von uns, als Elternteil, würde den Verlust eines Kindes wirklich hinnehmen, könnte es ertragen, einen seiner Söhne vom rechten Weg abkommen zu sehen und Trost in dem Gedanken zu finden, dass die anderen einen tugendhaften Weg beschreiten würden? Würde er nicht alles in seiner Macht Stehende tun, solange GOtt ihm das Leben schenkt, um dieses verlorene Kind zu retten, um diesen verlorenen Sohn nach Hause zu bringen?

Nun, der HErr JEsus Christus gab uns nicht nur das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32), sondern auch das Gleichnis vom Hirten und den hundert Schafen (Lukas 15,4-10); und zwar aus einem einfachen Grund: Damit wir als Eltern erkennen, dass wir von derselben Natur sind wie unsere Kinder, nämlich Schafe, und dass nur einer von einer anderen Natur ist: Christus, unser Hirte. Ein verlorenes Schaf kann daher nicht zum Hirten sagen: „Führe mein kleines Würmchen nicht auf eine gute Weide, mein Schicksal ist bereits besiegelt“. Nein, das ist unmöglich; ein Schaf kann nicht ein anderes ersetzen; nein, jedes Schaf ist wichtig in den Augen des Guten Hirten. Ein verlorenes Schaf, sei es die Großmutter, die Mutter oder das Lämmchen, ist einfach ein verlorenes Schaf.

Um uns davon zu überzeugen, können wir uns die Geschichte der zwei Marias in Erinnerung rufen.

  • Wenn GOtt dich beruft, bist du entweder noch Jungfrau oder hast deinen Körper bereits entweiht. GOtt sei Dank, Er weiß, warum Er alles zulässt. Niemand ist deswegen größer als der andere; es ist GOttes Gnade;
  • Zum Zeitpunkt deiner Errettung hast du vielleicht schon deine Mitmenschen betrogen wie Zachäus (Lukas 19,8) oder du warst vielleicht immer ohne Falsch wie Nathanael (Johannes 1,47);
  • In dem Moment, in dem Christus sich dir offenbart, könntest du Blut an deinen Händen haben, wie Paulus, der die Gemeinde so sehr verfolgte, dass er sogar die Kleider derer verwahrete, die Stephanus töteten (Apg 22,20); oder du könntest immer schon ein „guter“ Mensch gewesen sein.

Doch mit etwas Aufmerksamkeit erkennen wir, dass kein Mensch vollkommen ist und unsere sündige Natur sich in bestimmten Bereichen unseres Lebens zeigt. Ob sich diese Natur nun auf tragische Weise manifestiert oder nicht, wir alle brauchen die gleiche Gnade JEsu Christi. Einerseits war selbst die geringste deiner Sünden schwerwiegend genug, um den Tod JEsu Christi zu erzwingen; andererseits war die immense Schwere all deiner Sünden nicht höher als die Kraft des rettenden Blutes JEsu Christi, dessen Blut besser redet denn das „vergossene Blut“ deiner Opfer, redet denn jede deiner Sünden.

Lieber Elternteil, ja, bitte leg Fürsprache ein, damit jeder deiner Söhne und Töchter ein erfülltes Leben führen kann: genau. Doch ihr Leben, so wunderbar es auch sein mag, wird niemals deiner eigenes ersetzen. GOtt erwartet auch von dir, dass du das Leben lebst, das Er für dich vorgesehen hat, das Leben, das Er von dir erwartet; dass auch du auf Ihn hoffst; dass auch du erkennst, dass du, wie Maria, von einer „Prostituierten“ zu einer mutigen Dienerin des HErrn JEsus Christus werden könnst. Lass dich von deiner Vergangenheit nicht entmutigen. Der HErr JEsus Christus kann auch in deinem Alter noch Wunder durch dich wirken. Ja, er möchte dich immer noch gebrauchen, um seine Ziele hier auf Erden zu erreichen. Du hast einen unersetzlichen Platz im Hause des HErrn, einen Platz, den nicht einmal dein Sohn einnehmen könnte; denn er hat bereits seinen eigenen Platz einzunehmen.

Im Namen JEsu Christi! Amen!

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