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„Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind JEsus zu Jerusalem; und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.“


Lucas 2,41-51

 

Oftmals ergreifen wir gute Initiativen, inspiriert von Gott oder aus eigenem Antrieb. Doch leider verlieren wir dabei allzu oft unser eigentliches Ziel aus den Augen. Was in der Bibel wie eine Anekdote erscheint, ist traurigerweise eine Tragödie, die sich in unserem Leben immer wieder wiederholt. Josef und seine Frau waren zum Passahfest in Jerusalem, doch auf ihrer Rückreise vergaßen sie den Sohn Gottes; sie wandten sich von Gott ab, obwohl ihr Leben – sowohl im Familienleben als auch im Glauben – ganz auf den Herrn ausgerichtet war.

Diese Geschichte wiederholt sich so oft in unserem Leben, in den dramatischsten wie auch in scheinbar unbedeutenden Situationen. Viele „Gottesmänner“ haben bis heute Bewegungen ins Leben gerufen, angetrieben vom Wunsch, Gott in den Herzen der Menschen zu verherrlichen und viele zum HErrn GOtt zurückzuführen. Doch dabei haben sie sich immer mehr dem Ruhm der Menschen und einer großen Anzahl „treuer“ Mitglieder in ihrer Glaubensgemeinschaft zugewandt. Sie haben Christus aus den Augen verloren! Als Gott die Offenbarung, die Integrität oder das Fundament in Christus stärken wollte, fürchteten manche, „treue“ Mitglieder zu verlieren; aus Angst ließen sie Christus hinter sich!

Die ersten Beispiele treffen möglicherweise nicht auf Ihren Fall zu, doch es zeigt sich so oft selbst in scheinbar legitimen Dingen. Üben Sie die Arbeit, um die Sie Gott jahrelang gebeten haben, immer noch zur Ehre des allmächtigen Gottes aus? Und wie steht es mit Ihrem Ehemann, Ihrer Ehefrau – steht Ihre Beziehung weiterhin unter der Herrschaft Christi, oder ist Rr Ihnen inzwischen zu viel geworden?

In Gesprächen tritt dieses Problem so oft auf: Da ist ein Bruder, der sich freudig dem Evangelium verschrieben hat, aber während seiner Predigt, wenn ihm die Argumente ausgehen, greift er zu unpassenden Erklärungen oder Beispielen oder, schlimmer noch, zu Manipulationen, die seinem Gewissen widersprechen und nicht mit dem übereinstimmen, was er eigentlich beweisen will. So lässt er Christus hinter sich. Insofern er das Bedürfnis, oder vielmehr den Wunsch, jemanden zu überzeugen, über sein eigenes Bedürfnis stellt, Christus zu leben, das heißt, die Wahrheit zu leben und der Wahrheit entsprechend zu sprechen. 

Dies trifft auch oft auf die Lehrdiskussionen zu, die wir so häufig führen. Zwar möchten wir manchmal einen Bruder von einer Irrlehre oder einem Irrtum überzeugen, doch sollten wir bedenken, dass wir, selbst wenn wir nicht formell vom Heiligen Geist unterwiesen werden, in jedem Wort, das wir sprechen, zumindest seine Zustimmung finden müssen und vor allem niemals gegen ihn handeln dürfen, das heißt gegen seine Gebote an unser Gewissen. Wenn das Ziel der Diskussion darin besteht, zu überzeugen, weil wir von unserer eigenen Richtigkeit überzeugt sind, bleibt unser höchstes Ziel im Leben – beim Schlafen, Essen, Beten, Diskutieren usw. – Christus nachzufolgen und uns somit seinem Heiligen Geist unterzuordnen!

 

Lasst uns Christus niemals verlassen, wenn wir vom Gottesdienst zurückkehren!

 

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